Das Plantinum-Konzept

"Im Gräser-Mischungsprogramm der AGRAVIS Raiffeisen AG wurden Arten und Sorten so kombiniert, dass höchste Ansprüche realisiert werden können."

Für höchste Ertragsleistungen und beste Futterqualitäten für alle intensiv genutzten Grünlandflächen, wurden optimal abgestimmte Plantinum-Mischungen zusammengestellt. Alle Mischungspartner sind in den Landessortenversuchen der zuständigen Stellen der Länder langjährig geprüft worden.
Das Mischungskonzept stützt sich dabei im Wesentlichen auf leistungsfähige, diploide und tetraploide Sorten des Deutschen Weidelgrases mit mittlerer und später Reife. Weitere futterbaulich hochwertige Arten (Wiesenlieschgras, Wiesenripse, Wiesenschwingel, Bastardweidelgras, Wiesenschweidel und Weißklee) komplettieren die Mischungen, um unter Nutzung des züchterischen Fortschritts eine hohe Nutzungselastizität, beste Schmackhaftigkeit und eine große Anpassungsfähigkeit zu erzielen.
Die Nach- bzw. Neuansaat mit Plantinum-Mischungen trägt entscheidend zur Verbesserung der Grassilage und des Weidefutters bei und bringt die Voraussetzung zur deutlichen Erhöhung der Grundfutterleistung. Ihre Genossenschaft vor Ort und die AGRAVIS Raiffeisen AG unterstützen Sie dabei, das hohe genetische Potenzial der Plantinum-Mischungen in mehr Milch umzusetzen.
Von der Saat und der Bestandesführung über das Silagemanagement bis zur Rationsgestaltung: Nutzen Sie unser Kompetenznetzwerk Grundfutterproduktion, um Ihren wirtschaftlichen Erfolg zu sichern.

Die Plantinum-Qualitätsversprechen

Qualitätsversprechen Deutsches Weidelgras

Mit wachsender Nutzungsintensität und Anforderung an die Grundfutterqualität wird die Grünlandnarbe artenärmer und zunehmend durch das Deutsche Weidelgras geprägt. Die intensive züchterische Bearbeitung der letzten Jahre und damit einhergehend, die gewonnene Sortenvielfalt, zeigt dessen hohe Bedeutung.
Das Deutsche Weidelgras lässt sich in die Reifegruppen früh, mittel und spät einteilen. Innerhalb dieser Reifegruppen werden die Sorteneigenschaften von den Landwirtschaftskammern in Sortenversuchen geprüft und mit einem Indexwert versehen. Indexwerte von ≥ 100 deuten dabei auf eine überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit und hervorragende Sorteneigenschaften hin.
Alle in den Plantinum-Mischungen verwendeten Sorten des Deutschen Weidelgrases sind geprüfte Sorten; geprüft durch die regional zuständigen Stellen:
  • in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein durch die Arbeitsgemeinschaft der norddeutschen Landwirtschaftskammern
  • auf den nordostdeutschen Grünlandstandorten durch die zuständigen Stellen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern


Qualitätsversprechen mittlere und späte Sorten

Während die frühen Sorten des Deutschen Weidelgrases insbesondere in Ackerfutterbau- bzw. Feldgrasmischungen in Kombination mit nicht ausdauernden schnellwüchsigen Gräsern wie Einjährigem oder Welschem Weidelgras ihre Stärken in der raschen Entwicklung ausspielen, haben die mittleren und späten Sorten auf Dauergrünlandstandorten deutliche Vorteile.
Diese Sorten sind verhaltener in ihrer Entwicklung, d.h. der Eintritt in die generative Phase, mit den dann stark ansteigenden Rohfasergehalten ab dem Stadium des Ährenschiebens, verläuft langsamer als bei den frühreifenden Sorten. Die Zeitspanne der Masseproduktion ist länger, ohne in der Energiedichte und in der Verdaulichkeit stärkere Qualitätseinschränkungen zu haben.
Demnach führen Bestände mit späteren Sorten zu einem größeren Erntefenster bzw. zu einer höheren Nutzungselastizität.
Das spätere und zeitlich gleichmäßigere Blütenstandsschieben bei den Mischungen mit mittleren und späten Sorten des Deutschen Weidelgrases führt zu einem langsameren Abfall der Energiedichten im 1. Schnitt, was wiederum zu einem deutlich weiteren Erntefenster führt, innerhalb dessen noch sehr gute Futterqualitäten erreicht werden können. Zu einem gegebenen Schnittzeitpunkt erreichen Plantinum-Mischungen eine höhere Energiedichte und ermöglichen dadurch eine deutlich höhere Milchleistung.


Qualitätsversprechen diploide und tetraploide Sorten

Neben der Reifegruppe gibt die Ploidiestufe (Anzahl der Chromosomensätze) Hinweise über die Eigenschaften einer Sorte. Man unterscheidet diploide und tetraploide Sorten des Deutschen Weidelgrases, wobei letztere sich durch höhere Zuckergehalte, höhere Energiedichten und bessere Verdaulichkeit auszeichnen. Zusätzlich sind tetraploide Sorten meist gesünder (Rost) und umweltstabiler. Auf der anderen Seite bilden diploide Sorten in der Regel dichtere Narben.

Qualitätsversprechen Mooreignung und Rosttoleranz

Sorten des Deutschen Weidelgrases besitzen die sogenannte Mooreignung (M-Sorten), wenn sie in den Landessortenversuchen
als besonders winterhart eingestuft werden. Deutsches Weidelgras ist bei strengen Frösten auswinterungsgefährdet, demnach sollten insbesondere auf Moorstandorten und in Höhenlagen nur M-Sorten ausgesät werden. Rostkrankheiten an Gräsern des Dauergrünlandes treten insbesondere im Spätsommer und im Herbst auf und verringern die Ertragsleistung und die Futterqualität deutlich. Stickstoff und Kaliummangel begünstigen oft den Befall. Sorten mit einer Rosttoleranz reduzieren das Befallsrisiko deutlich.

Qualitätsversprechen Weißklee

Weißklee ist ausdauernd, winterhart und verträgt viele Nutzungen. Er hat einen sehr hohen Futterwert mit hoher Verdaulichkeit und Schmackhaftigkeit und kann als Leguminose (Stickstoffbindung aus der Luft) den Rohproteingehalt von Grünlandbeständen nachhaltig erhöhen.
Bei intensiverer Stickstoffdüngung (>200 kg N/ha/Jahr) oder bei einer reduzierten Nutzung (weniger Schnitte, mehr Obergräser) wird Weißklee jedoch von den dann konkurrenzkräftigeren Gräsern weitestgehend verdrängt.

Qualitätsversprechen Wiesenlieschgras, Wiesenschwingel und Wiesenrispe

Wiesenlieschgras, Wiesenschwingel und Wiesenrispe sind wertvolle Gräser mit einer sehr hohen Futterwertzahl. Alle drei Grasarten sind winterhärter, aber weniger konkurrenzkräftig als das Deutsche Weidelgras, so dass sie insbesondere auf auswinterungsgefährdeten Standorten (Moore, Höhenlagen) eine Rückversicherung gegenüber einem Ausfall des Deutschen Weidelgrases darstellen.
Wiesenrispe fördert zudem als ausläuferbildendes Gras die Narbendichte und ist sehr gut für Weidenutzung geeignet.

Qualitätsversprechen Wiesenschweidel und Bastardweidelgras

Beide Grasarten sind futterbaulich sehr wertvoll und sehr konkurrenzstark und können sich in Altnarben sehr schnell etablieren. Wiesenschweidel (Festulolium = Kreuzung von Wiesenschwingel und Welschem Weidelgras) ist winterhart und bildet auch unter trockeneren Bedingungen (kontinentalere Lagen) hohe Biomasseerträge.
Bastardweidelgras ( lolium x hybridum), (Kreuzung aus Deutschem und Welschem Weidelgras) ist bekannt aus dem Feldfutterbau und ist weniger ausdauernd als Deutsches Weidelgras. Es wird eingesetzt, um vernachlässigte Grasnarben mit hartnäckigen Unkräutern und -gräsern insbesondere auf sensiblen Standorten (wenn Neuansaat schwierig) sehr rasch zu verbessern.